Nun gibt es ihn endlich, den Ort, an dem es erlaubt und sogar erwünscht ist, seine philosophischen, politischen, sozialkritischen, lyrischen oder schlicht weg subjektiven Gefühle in Worte zu formen, in Sätze zu bündeln, mit Sprache zu spielen oder der eigenen Meinung Ausdruck zu verleihen. Doch der aus dem Londoner Hyde Park bekannte „Speakers’ Corner“ scheint im Göttinger Cheltenham noch zu wenig Beachtung zu erhalten.
Daher möchte ich euch – wenn auch nur virtuell – mit einem eigenen kleinen Gedankenausbruch herzlich dazu auffordern, einladen und anregen, eure Gedanken ebenso sprudeln zu lassen und diese mit euren Mitmenschen zu teilen. Es geht dabei nicht um Wertung, Kritik oder Ruhm wie es vielleicht bei Poetry Slams der Fall sein kann. Es geht um Freiheit.
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Das Leben ist wie ein dichter Wald.
Große Bäume neben kleinen – alte neben jungen.
Das Ziel ist nicht in Sicht, doch dass es da ist, das bezweifle ich nicht.
Der Weg dorthin führt durch den Wald –
auf unendlich vielen Pfaden.
Ob man gerade hindurch läuft, oder eintausendmal im Kreis
ist Sache des Willens. Aber auch des Muts.
Doch jede Entscheidung hat Konsequenzen.
Die Farben. Die Formen. Die Fülle an Wegen
ist überwältigend,
atemberaubend.
Entscheide ich mich für die Fichte, muss ich die Birke hinter mir lassen.
Glück und Unglück verschwimmen in dem grünen BlätterMeer.
Natürlich kann ich umkehren,
Wege zweimal gehen.
Verweilen.
Doch nicht zu lang.
Die bittere Erkenntnis ist:
alle Wege, die man gehen will, wird man nicht gehen können.
Doch was, wenn ich den Wald mit all seinen
Tücken und Fallen,
Überraschungen und Verlusten
durchschritten habe?
Gibt es dann ein großes weites Feld,
auf dem es
nur einen Weg geben kann?
– den des Freiseins.
Und wenn es so wäre,
würden wir nicht wieder Bäume sähen?
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